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Fallbeispiel einer Kurzberatung
der Lotsin für seltene Erkrankungen


Ausgangsituation: Die Schwester der Klientin ist um den gesundheitlichen Zustand ihrer 62-jährigen Schwester sehr besorgt, ausgeprägte Hautveränderungen an den Beinen und starke Schmerzen haben zunehmend zu einer lethargischen Verhaltensweise der sonst aktiven Klientin geführt. Vor ca. zwei Jahren wurde in der Dermatologie einer hessischen Universitätsklinik eine Vaskulitis ohne nähere Differenzierung diagnostiziert. Zwischenzeitlich wurde durch den behandelnden Dermatologen die Kortisontherapie ohne Alternativen abgesetzt. Die Klientin ist verzweifelt und die Angehörige sucht dringend nach Rat und Hilfe.

Fallverlauf: Die gesundheitliche Situation ist sehr kritisch, zumal Vitalfunktionen wie Essen und Bewegung kaum noch Bedeutung für die Klientin haben bzw. möglich sind. Das Vertrauen in die dermatologische Behandlung ist erschüttert, weitere medizinische Veranlassungen sind ausgeblieben.
Im Gespräch mit der Angehörigen schlage ich eine stationäre Aufnahme in eine Spezialklinik vor, die durch den Hausarzt veranlasst werden soll. Weitergabe ausführlicher Informationen zur Klinik, den Aufnahmemodalitäten und Flyer zu meiner Arbeit. Die Angehörige bespricht den Vorschlag mit der Klientin auch hinsichtlich der großen Entfernung zwischen dem Wohnort und der Fachklinik und bindet den Hausarzt in die bestehende Problematik ein. Er nimmt Kontakt zu einem behandelnden Oberarzt der Klinik auf und erhält infolge der ausgeprägten Symptome einen baldigen Aufnahmetermin.

Zwischenzeitlich meldet sich die Klientin selbst bei mir und erklärt sich bereit, diesen Behandlungsweg einzuschlagen. Sie hat Fragen zum Krankheitsbild Vaskulitis, der medikamentösen Therapie und dem Behandlungsangebot in der Klinik. Sie wirkt sehr matt und kraftlos, ist aber entschlossen, diese Alternative aufzugreifen.

Ende Juli meldet sich die Klientin aus der Spezialklinik und berichtet von ihren ersten Erfahrungen und einer Besserung ihrer starken Schmerzen. Vier Wochen später meldet sich die Klientin noch einmal und berichtet, dass eine Kleingefäßvaskulitis diagnostiziert wurde, sie nun mit Kortison und MTX behandelt wird und sie nach den angebotenen Patientenschulungen nun sensibel für erste Anzeichen eines Schubes sei. Sie ist wieder aktiv und kann sich tageweise ganz ohne Schmerzen bewegen. Auf Anfrage erhält sie von mir Informationen zu niedergelassenen internistischen Rheumatologen in Wohnortnähe. Damit ist der Fall abgeschlossen.

Resümee: Die Klientin sieht sich hinsichtlich ihrer Erkrankung nun als informierte und aufgeklärte Patientin. Die gute Zusammenarbeit mit dem Hausarzt hat darüber hinaus das Vertrauen in die hausärztliche Betreuung gestärkt. Angehörige und Klientin haben in der Rheuma-Lotsin für seltene Erkrankungen eine verbindliche Ansprechpartnerin gefunden.




Stand: 25.11.2011
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